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50 Bundestagsspitzenkandidaten aus Niedersachsen machen sich stark für die Pflege.
Künkel: Politikerresonanz macht Hoffnung für die nächste Legislaturperiode
50 Spitzenkandidatinnen und –kandidaten für den nächsten Bundestag haben sich der Kampagne „Ich mach mich stark für die Pflege“ der evangelischen Kirchen und ihrer Diakonie in Niedersachsen angeschlossen und hospitieren in stationären und ambulanten Einrichtungen der Altenhilfe.
Diakonie-Direktor Dr. Christoph Künkel zeigt sich zufrieden mit der Aktion: „Die große Resonanz macht Hoffnung für die nächste Legislaturperiode: Wir wollen, dass sich mehr bewegt in der Pflege. Die Politikerinnen und Politiker sind durchweg angetan von der persönlichen Begegnung, viele helfen tatkräftig mit, kämmen Bewohner gekämmt oder reichen das Essen. Einige Wahlkreisbüros haben bei uns sogar angefragt, ob ihre Kandidaten mitmachen könnten.“
Insgesamt beteiligen sich fast alle niedersächsischen Spitzenpolitiker der fünf im Bundestag vertretenen Parteien an der Pflegekampagne, u.a Ursula von der Leyen (am 23.9. in Gifhorn), Monika Griefahn, Hermann Kues etc.
Viele aus den 20 Wahlkreisen hospitieren, andere statten einen Besuch ab oder nehmen an Podiumsdiskussionen teil. Die Politikerbesuche werden mit Fotos und Filmen dokumentiert, die auf dieser Website und bei zahlreichen Kandidaten, Einrichtungen und auf youtube eingestellt sind.
Die Diakonie erhofft sich ein stärkeres Agieren der Politik für die Belange der Pflege. Dr. Christoph Künkel: “Solange Menschen, die mit Schrauben arbeiten, mehr verdienen als die, die mit Menschen arbeiten, läuft etwas falsch in unserer Gesellschaft. Das Thema Pflege ist kein Randthema, es gehört auf die Tagesordnung der Kabinettssitzungen.
Wer heute die Zeitungen mit den Stellenmärkten aufschlägt, weiß warum: Nirgendwo gibt es so viele freie Stellen wie in der Pflege, 15.000 an der Zahl – fast 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Berufsstand braucht eine höhere gesellschaftliche Anerkennung.“
Künkel erinnert daran, dass Niedersachsen immer noch die rote Laterne im Vergleich zu den anderen westlichen Bundesländern bei der Pflegevergütung ist: „Während in Niedersachsen die Pflege in der Pflegestufe 3 täglich mit 63 Euro vergütet wird, bekommen in Nordrhein-Westfalen Einrichtungen für die gleiche Arbeit 76 Euro. Der Fehlbetrag geht auf Kosten der Mitarbeitenden, die über Gebühr mehr leisten müssen, um eine gute Pflege zu garantieren.
Es wird immer schwieriger unter diesen Bedingungen qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen. Wir wollen Berufe in der Pflege wieder attraktiver machen. Dazu gehört eine faire Bezahlung für gute Arbeit und genügend Zeit für die Pflege. Deshalb befürwortet die Diakonie in Niedersachsen die Einführung von angemessenen Mindestlöhnen in der Pflege.“
