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Breitere Finanzierungsbasis gefordert: Edelgard Bulmahn in der Henriettenstiftung Altenhilfe in Hannover-Kirchrode
Die Altenpflege braucht eine deutliche Stärkung, betonte die hannoversche Bundestagsabgeordnete Edelgard Bulmahn bei einem Besuch im Altenzentrum der Henriettenstiftung Altenhilfe gGmbH in Hannover-Kirchrode am Mittwoch, 23. September 2009.
„Der Personalschlüssel ist in der Tat eine Herausforderung“, erklärte Geschäftsführer Michael Rohde. Er beklagte zugleich einen eklatanten Fachkräftemangel.
Dies wurde deutlich bei einer Besichtigung der neuen Tagespflegegruppe und weiteren Pflegebereichen in den verschiedenen Häusern der Henriettenstiftung. Hier wurde auch deutlich, dass renovierte Gebäude zwar eine anheimelnde Atmosphäre für die Senioren schaffen, aber für notwendige Innovationen in Nasszellen, Fahrstühle und angemessene Raumgrößen nicht immer geeignet sind.
„Wir brauchen eine breitere Finanzierungsbasis im Gesundheitswesens“, erklärte Edelgard Bulmahn. Dann könne auch die Bezahlung der Pflegekräfte verbessert werden.
Außerdem machte Michael Rohde darauf aufmerksam: Gegenwärtig gibt es in dem getrennten System von Kranken- und Pflegeversicherung zu viele ungeregelte Krankheitsfälle.
„Wir nehmen unsere Senioren, wenn sie im Krankenhäuser behandelt werden müssen, deutlich früher wieder in Heim zurück, z.T. auch mit einem Bedarf an medizinischer Therapie und Wundversorgung“, erläuterte denn auch Katharina Röder, stellvertretende Pflegedienstleitung des Altenzentrums Kirchrode.
Das bedeutet, die Altenpflege übernimmt immer mehr Aufgaben der Krankenpflege. Darauf muss sich die Ausbildung der Altenpflege auch einstellen. Eine gemeinsame Ausbildung von Altenpflegekräften und Gesundheits- und Krankenpflegerinnen sei wünschenswert, wie es sie in der Vergangenheit als Modellprojekt auch in der Henriettenstiftung gegeben habe.
Die Herausforderung für die Zukunft lautet, einen angemessenen Umgang mit Demenzerkrankten zu entwickeln. Mittlerweile leiden rund 80% der Bewohnerinnen und Bewohner in den Altenpflegeeinrichtungen an Demenz.
Dazu werden neue Konzepte der Heimpflege benötigt, die den aufwändigen Umgang mit dieser wachsenden Gruppe ermöglicht, zumal die Heimaufnahmen heute zu einem erheblich späteren Zeitpunkt erfolgen.
Die Folge ist, die Senioren sind deutlich kränker als noch vor einigen Jahren. Darum ist die Kooperation mit dem Krankenhaus notwendig.
Wegweisend ist deshalb ein Projekt der Pflege von Demenzerkrankten im Krankenhaus. Ebenso ist eine Verstärkung bei der Beratung von Senioren bei der Entlassung aus dem Krankenhaus durch die Überleitungspflege notwendig.
Sorgen der Altenpflege wahrgenommen: Edelgard Bulmahn im Gespräch mit Michael Rohde, Geschäftsführer der Henriettenstiftung Altenhilfe gGmbH, beim Besuch im Altenzentrum Kirchrode
Plädoyer für die "Pflege": Edelgard Bulmahn im Gespräch mit Michael Rohde, Geschäftsführer der Henriettenstiftung Altenhilfe gGmbH, rechts: Knut Böhme, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bezirksrat Kirchrode.
